Seit kurzem ist das neue Motorrad Navi „NavGear Tourmate N4“ vom Versandhändler Pearl veröffentlicht worden. Hier finden Sie alle wichtigen Infos zum Gerät.
Der Markt der Motorrad Navigationsgeräte ist gerade im mittleren Preisbereich noch relativ schwach besetzt. Eines der Mitbewerbsmodelle, das Blaupunkt Motopilot, freut sich am Markt großer Beliebtheit. Wie kann also das NavGear Tourmate N4 punkten und welche Stärken und Schwächen bietet das Gerät?

Die Eckdaten des NavGear Tourmate N4
Display: 4,3 Zoll TFT Touchscreen
Karten: Kartenmaterial für 47 Länder
Gehäuse: IP67 Staub und Wasserdicht
Speicher: Micro-SD Karten bis 8 GB
Radio: MP3 Player integriert
Schon von weitem kann sich das NavGear nicht ganz mit den Top Geräten messen. Gerade die Halterungen wirken etwas billig. Man erwartet so etwas eher bei einer Action Cam oder deutlich günstigeren Zubehörprodukten. Der Blendschutz für die Halterungen ist zwar praktisch, besonder schön ist er aber nicht.
Das Gehäuse wirkt robust ist aber etwas Schmutz anfällig. Das Display ist relativ hell und gut ablesbar, was uns nochmal an der Notwendigkeit des Blendschutzes zweifeln lässt.
Sehr gut gefällt uns aber die Vollständigkeit des Gesamtpakets. Ein integrierter MP3 Player, und der vollständige Lieferumfang sprechen für ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis.
Es gibt je einen Anschluss für eine Audio-Klinke, falls man kein Bluetooth verwenden möchte, und einen Mikro-USB Anschluss zum up- bzw. download von Routen und POI´s.
Einsatz am Motorrad

Das Aufspielen von am PC berechneten Routen funktioniert mit KML- oder GPX Dateien problemlos. Der Spurwechselassistent und die Sprachausgabe über Bluetooth (auch gleichzeitig Freisprechfunktion) sind sehr komfortabel. Wenn der Stromanschluss am Motorrad verlegt ist, spielt die Akkulaufzeit keine große Rolle. Ein Li-Ion Akku mit 1.500 mAh lässt einen das Gerät ansonsten auch ohne fixe Stromverbindung betreiben.
Durch das 3D Kartenmaterial kann man sich gerade im städtischen Umfeld leichter orientieren. Überland gibt es freilich relativ wenig bis gar keine 3D Objekte. Mit dabei ist ein Paket mit 4,6 Millionen POI´s, darunter 1649 spezielle Motorrad POI´s wie Werkstätten und besondere Unterkünfte. Sogar sehenswerte Routen sollen dabei sein.
Auch als KFZ Navi ist das NavGear Tourmate N4 einsetzbar, eine 12V/24V KFZ Halterung ist dazu im Lieferumfang enthalten.
Ein für Motorradfahrer optimierter Reisecomputer registriert nicht nur gefahrene Durchschnittswerte und Strecken, sondern kann auch als Tankanzeige verwendet werden.
Lieferumfang von NavGear

Folgender Inhalt befindet sich in der Verpackung:
- NavGear TourMate N4 (3 Varianten: Deutschland, Zentraleuropa, Europa)
- Lenkerhalterung
- KFZ Halterung
- Schutzcase mit Sonnenblende
- Ladegerät mit offenen Enden für die Motorrad Montage
- Ladegerät 12V/24V Stecker für PKW
- Bedienungsanleitung
- USB Kabel
Navigation
Der Prozessor mit 800 MHz sollte eigentlich allen Ansprüchen gerecht werden. Der Flaschenhals was Rentenberechnungen und Reaktion auf Menü eingaben betrifft, ist also die Software. Nicht umsonst investieren Garmin oder TomTom einen großen Teil der Weiterentwicklung in neue Software.
Die Navigationsfunktionen des NavGear Tourmate N4 sind jedenfalls vollständig. Es gibt (fast) nichts das wir als Motorradfahrer vermissen würden.
Eine Ausnahme bietet die „kurvenreiche Touren“ Funktion. Diese ist nämlich nicht, wie bei den Premiumprodukten, am Gerät, sondern muss vorher im Internet über die mitgelieferte Software berechnet und dann als KML oder GPX Route auf das Navi geladen werden. Für uns ist das also nicht vergleichbar, was diese Funktionalität betrifft. Zu Hause am PC kann jeder kurvige Touren aus diversen Foren laden oder sich diese ganz einfach selbst zusammen stellen. Interessant finden wir diese Funktion nur dann, wenn wir unterwegs von A nach B über eine möglichst spannende Strecke fahren möchten.
Fazit
Das NavGear Tourmate N4 ist mit seiner aktuellen Preisgestaltung im Mittelfeld der Motorrad Navigationsgeräte. Um hier Kunden überzeugen zu können, Bedarf es schon einiger Alleinstellungsmerkmale, die wir am Gerät vermissen. Wen das kleinere Display nicht stört, wird wohl eher zum Blaupunkt Motopilot greifen, ansonsten bekommt man für nur wenig mehr Geld bereits unseren Testsieger, das Garmin Zumo 390LM. Dennoch, das Preis/Leistungsverhältnis ist gut und die Funktionen dürften den allermeisten Fahrern durchaus genügen. Ein neuer Meilenstein ist das Navi aber sicher nicht.